Allgemeines über Kolumbien

Kolumbien befindet sich im Norden Südamerikas und grenzt an die Nachbarländer Ecuador, Brasilien, Peru, Venezuela und Panama sowie an den atlantischen und den pazifischen Ozean. Es hat eine Fläche von 1.141.748 km² und, laut einer Bevölkerungszählung im Jahr 2006, 41,966 Millionen Einwohner. Die Hauptstadt Bogotá, welche inzwischen der Wohnort von 1/6 der Gesamtbevölkerung ist, zählt zu den größten Metropolen Südamerikas und belegt Platz 36 der Weltmetropolen. Hier ist auch der Hauptstandort der kolumbianischen Industrie.

Die Folgen der Landflucht
Aus der Angst vor Überfällen durch die Paramilitärs und die Guerillas leben mittlerweile etwa 75 Prozent der Bevölkerung Kolumbiens in den Slums der Großstädte. Da hier keine sanitären Anlagen vorhanden sind und die Bewohner in Müll und Fäkalien leben müssen, ist der gesundheitliche Zustand dieser Menschen sehr schlecht. Neben den hungerbedingten Krankheiten, leiden sehr viele von ihnen unter Hauterkrankungen. Dazu treten, insbesondere hier, immer wieder Seuchenausbrüche durch verschmutztes Trinkwasser und fehlende Hygiene auf. Weit verbreitet sind außerdem Krebserkrankungen, welche durch Gifte, wie „Agent Green“, die vom Militär im Kampf großflächig Verwendung finden, ausgelöst werden. Auch der Befall von Parasiten, wie Bandwürmern, ist sehr häufig. Zumindest in den Städten gibt es ärztliche Versorgungseinrichtungen, wie Krankenhäuser, welche aber überfüllt und schlecht ausgerüstet sind.

Kriminalität
Wegen des, seit 1948 herrschenden, Bürgerkrieges gilt Kolumbien mittlerweile zu einem der gefährlichsten Staaten der Welt. Jährlich werden hier etwa 30.000 Mordfälle, von denen 20 Prozent wegen politischen Hintergründen verübt werden, gezählt. Üblich sind auch Massaker, für welche hauptsächlich die paramilitärischen Gruppen, unter Duldung der Regierung, verantwortlich sind. Verschlimmert werden diese Zustände durch eine korrupte Polizei. Nicht selten ist diese sogar an den Verbrechen beteiligt, weshalb auch die wenigsten Straftaten aufgeklärt werden.